Schritt fuer Schritt ins (Hippie) Paradies?!

Schon neue Räucherstäbchen angemacht, neuen Tee aufgesetzt, die Doors Schallplatte gewendet? Jetzt sollte definitiv When the Music’s Over  dran sein – koennte von der Länge reichen… Mögen wir aber erstmal schön sachlich beginnen, bevor es denn allzu dramatisch wird:
Der Amboró Nationalpark erstreckt sich über rund 4,425km² und verläuft von 300 bis 3500hm von tropischem Regenwald bis hoch hin zu den Yungas. Aus botanischer Hinsicht ist es wohl einer der reichsten Nationalparks der Welt, mit über 3.000 festgestellten Pflanzenarten, desweiteren sollen sich auch rund 127 Tierarten rumtummeln.
(Quelle: http://en.wikipedia.org/wiki/Ambor%C3%B3_National_Park)

Eigentlich eine perfekte Basis für Wanderungen und auch konnte ich in einigen Reiseführern lesen, dass es grundsätzlich Siedlungen am Nationalpark gibt, die es ermöglichen sollten in den Park zu kommen. Doch wie ich ja in Samaipata lernte, gibt es keine topografischen Karten, keine markierten Pfade und um zu oben genannten Siedlungen zu kommen, hätte ich nochmal nach Santa Cruz zurückfahren müssen, von dort dann…und so weiter.
Hier gehts zu den Bildern

Stattdessen ging es dann nach Bermejo, das nur gut 40km von Samaipata entfernt liegt. Natürlich gab’s auf die Ohren wieder das, was ein junger Fahrer für angemessene Unterhaltungsmusik für vier Mitfahrer über 60 und einen Touristen hält: die neueste Disco/Reggaetonmistdudelei und zwar schön laut.

Magic Milk, Magic Weed, Magic Bermejo
In Bermejo, einem Ort mit einer Strasse, Häusern an beiden Seiten, zwei Kirchen und einem Internetcafe mit supermodernen Computern (es fühlt sich alles etwas anachronistisch an) geht es gut 2km nach dem Ort über eine Holzbrücke zu Gingers Paradise, einer Art Öko-Farm mit Unterkünften, also rustikalen Unterkünften. Cristobal und Sol sind die Eigentümer und managen alles und haben auch Kinder, deren Anzahl ich irgendwie nicht überblicken kann. Man kann sich überlegen, ob man hier Essen und auch auf der Farm und rund um die Häuser mithelfen möchte, dementsprechend gestaltet sich dann der Preis. Da ich nur fürs Zelten und drei allerfeinste Mahlzeiten am Tag nur 7€ zahlen musste habe ich mich galant vor der Arbeit gedrückt. Für diejenigen, die im Haus schlafen müssen kommen dann schon 13€ zusammen. Pro Stunde Arbeit kann man dann seine Kosten um 1€ drücken.

Von einem Gesichtspunkt kommt dieses Aussteigerprojekt schon dem Paradies sehr nahe. So gut wie alles, was auf dem Tisch landet, stammt aus dem eigenen „Garten“. Auch Zucker, bzw. die Melasse ist von hier und auch Dulce de Leche machen sie selber – eine Art Karamellpaste, die wir schon in Chile fürchten gelernt haben – aber hier schmeckt sie anders…und gut.
Das bisschen was an Energie für den Mixer oder die Nachtbeleuchtung benötigt wird kommt aus Autobatterien, die mit einem Fahrradgenerator aufgeladen wurden. Hierfür hat ein Freund ihnen eine Art „Lichtmaschine“ gebaut, die selbst keinen Strom benötigt und man auch nicht wie irre in die Pedale treten muss. Die Klo’s sind natürlich auch Trockenklos und ziemlich luftig konstruiert. An dieser Stelle fällt mir ein, dass ich ganz das Kompostklo vom Campingplatz in Samaipata unterschlagen habe – das war eigentlich das beste Plumpsklo, dass ich so gesehen habe. Ein normaler Klositz, der speziell für den Urin einen eigenen Bottich in der Schüssel hat, die grossen Geschäfte landen dann in der Grube und werden mit Holzspäne bedeckt. Vermutlich die beste Idee um Geruchsentwicklung zu vermeiden. Das Bermejo-Klo-System basierte darauf, dass regelmässig der Bottich in dem alle Ausscheidungen landeten ausgeleert, bzw. zum verkompostieren gebracht wurde. Angesichts des guten, warmen Wetters hier, ist diese wässrigere Option wohl auch kaum ein Problem. Die Dusche ist ebenfalls frei von Duschvorhängen und liefert einen erstklassigen Blick auf den alles dominierenden fetten roten Berg, zu dessen Füssen quasi das „Paradise“ liegt. Die Häuser sind schön von aussen und innen dekoriert und geben dem ganzen einen schönen „alternativen“ Touch.

Der andere Gesichtspunkt ist natürlich, dass hinter all diesen Werken Menschen stehen, damit und davon leben und natürlich die Touristen die sich hier einfinden.
Als ich ankomme befindet sich eine richtige Masse an Leuten hier: Israelis, Deutsche, Franzosen, Italiener und vlt. sogar noch mehr. Ich treffe zum ersten und vielleicht auch letzten Mal auf Israelis, die es schaffen in einer gemeinsamen Runde kontinuierlich Englisch zu sprechen. Klingt vielleicht komisch, aber mit zwei weiteren Deutschen, die insgesamt 6 Wochen hier waren, war es irgendwie selbstverständlich dass wir Englisch sprachen, wenn andere Leute in der Nähe waren. Vielleicht kommt daher die Erwartungshaltung, dass sich vielleicht andere Leute auch Gedanken machen, dass sie, gerade in so einer kleineren Gemeinschaft darum bemüht sein könnten, mit allen Menschen in Kontakt zu bleiben bzw. zumindest die Möglichkeit geben, bei irgendeinem Thema einzusteigen. Als die drei Israelis weg waren, weil sie zum Pessach-Fest nach Santa Cruz wollten, kamen am selben Tag drei weitere israelische Mädels, denen eben diese Idee ein bisschen fremd war. Genau denen, wollte ich dann das vermitteln, dass es auch möglich ist, alle an einem Gespräch teilhaben zu lassen, aber irgendwie wollte es niemand verstehen und so wurde fleissig hebräisch und generell über Israel gesprochen, jüdisches Brauchtum etc.

Es gibt eine Website von und für Israelis die so etwas wie Rund-um-Informationen für Südamerika-Reisen bietet und über Mundpropaganda und auch Foreneinträge oder sonstiges hat sich dieser Ort rumgesprochen. Denn garnicht dumm hat der Besitzer, Cristobal, die Zeichen der Zeit erkannt und so gibt es Freitags zum Schabbat Falafell und Hummus, spielt israelische Lieder etc und so soll es hier eigentlich nur so wimmeln von Israelis.

Die Krönung des ganzen war dann Ilan, der zwei Tage vor meiner Abfahrt ankam und eigentlich garnicht genug betonen konnte, dass er es Scheisse findet mit anderen Israelis zu reisen und dass ihn dieser ganze Wimmel um Israel und Tradition, Kultur nerve – deswegen ist er auch, ganz unkonventionell nicht zu Pessach nach La Paz oder Santa Cruz gefahren, wo sich wohl Unmengen (und das kann man auch so verstehen) von Israelis befinden sollen. Mit ihm und einer weiteren Israelin bin ich mittlerweile allein, ihre beiden anderen Mitreisenden sind doch noch nach Santa Cruz gefahren, weil sie sich wohl nicht wohl fühlten und/oder nicht mit der Tradition brechen wollten.
Natürlich gibt es Essen was den Pessach-Standards entspricht und Ilan freut sich sehr über alles mögliche zu sprechen, was irgendwie etwas mit diesen oder anderen israelischen Traditionen, israelischem Essen oder sonstwas mit Israel zu tun hat. Immer wieder fragt er dann ob ich nicht dies und jenes Wort, Ding oder sonstwas kenne. Zum Beispiel von einem Israeli der rauszog zu reisen, wie ein „Backpacker“, aber dann nur reiste wie einer mit „Rollkoffer“ – da mir diese wichtige Person nicht bekannt war, wurde ich irgendwie dann auch nicht weiter aufgeklaert. So etwas wie Interesse an meiner Person oder als Repräsentant des deutschen Volkes 🙂 war absolut nicht vorhanden. Wenn es mich nicht so unglaublich, unglaublich genervt hätte, wäre es eigentlich nur zu lustig gewesen.
Mit seinem so tief verwurzelten Glauben ein absolut untypisch, individuell reisender Israeli zu sein, verarscht und persifliert er, vermutlich unbewisst, seine ganze Selbstkonstruktion in praktisch jeder Gelegenheit, in der er spricht.
Mag vielleicht alles etwas harsch klingen, aber ich versuche  demnächst zu dem ganzen Thema mal was mehr zu schreiben.

Auch mit meinen zwei Landsmännern tat ich mich etwas schwer, wenngleich dort ein paar bereichernde  Denkprozesse bei mir einsetzen konnte. Die beiden sind ja schon lang hier und reisten insgesamt unkonventioneller, wie z.B. ins Hilton schleichen und auf die Rechnung eines beliebigen Zimmers am Pool Drinks zischen oder (find ich eher nicht so doll) haben auch Must-See Reiseziele, wie z.B. Matschu Pitschu mit vollster Überzeugung ausgelassen. Mit anderen Worten, ich fand mich unglaublich spiessig und Sicherheitsfixiert. Die beiden und ein Franzose haben waren auch eine Art Sub-Gruppe, die sich oft in einer Wolke von Gras umgab. Ihren letzten Abend haben sie dann mit einem Täschen Magic Milk begossen- einem traditonell indischen Getraenk, von dem mir auf Nachfragen Cristobal und Sol beinahe empoert nicht sagen wollten, weil sie das ja nicht muessten, was dort drin ist. Was mich hier interessanterweise nervte, war  nicht gefragt zu werden – ganz egal ob ich jetzt Militanter Drogengegner oder Langzeitkiffer oder irgendwas dazwischen waere – die Geste des Fragens ist irgendwie essentiell. Denn eigentlich ist der ganze Akt eine, auch von denen praktizierte, gemeinschaftliche Angelegenheit, von der ich halt gemeinschaftlich ausgeschlossen wurde. Es ist auch nicht so , dass das super teuer gewesen waere … Es gibt halt viele Wege zu merken, wenn eine Gruppe schon besteht und man nicht cool genug ist, um reinzukommen, bzw. gefragt zu werden. Das weckt ein ziemlich spiessiges Gefühl und das zu denken, fühlt sich noch spiessiger an 🙂

Bleiben am Ende des Klageliedes noch die Besitzer. Wie gesagt, das ganze Projekt finde ich unglaublich erstaunlich und es ist einfach überwältigend wie gut man hier von und mit der Natur leben kann. Eigentlich alles ist da, was man für ein gesundes, ruhiges Leben benötigt. Kein Laerm, nur Ruhe beziehungsweise die Geraeusche der Natur. Cristobal ist vorzeitig pensionierter Rockstar und dazu intellektuell wohl ziemlich aufnahmefähig. Es gab ein ganz interessantes Gespräch über den Nutzen oder vielmehr Unnutzen von Wissenschaft: Er hat ganz klare Vorstellungen, dass Impfungen nur scheisse sind, das so gut wie alles wofür es Forschung gibt, nur unnütz ist. z.B. wofür es nützlich wäre Hirnströme messen zu können, dass das CERN Institut in der Schweiz reiner Humbug ist, alle Mondlandungen wären gefälscht und so weiter, also ein recht breites Feld von Ästchen zu Stöckchen. Der einzig wahre Wissenschaftler, so sagt er, sei Nicolai Tesla, der dann auch von den Staaten stillgelegt worden sein soll. Als Autoritätsargument kann er drei Jahre Medizinstudium in die Runde schmeissen.
Alles interessante Themen, doch finde ich es erstaunlich, dass eine Person mit einem grossen Auffassungsvermögen, viel Lebenserfahrung, grossem logischem Verständnis etc. relativ starre Wertüberzeugungen besitzt und z.B. in normalen Gesprächen gerne simple Stereotypen von Personen mit best. Nationalitäten bemüht.
Muss irgendwann im Leben ein Kreis gezogen werden, in den man sich stellt und sagt, dass ist meine Person, mein Wissen und meine Einstellungen und wer auch immer etwas gegen meine Auffassungen hat, der hat einfach nicht recht und ist uncool?!
Wie das oft so ist in einer Paarbeziehung übernimmt Sol die mütterliche Komponente und hält sich aus solchen Gesprächen meist heraus.

Ich wiederhole fuer mich, dass nur weil Menschen ähnliche Ideale haben, sie noch lange nicht die idealen Interaktionspartner darstellen und das gerade die Idee des coolen, alternativen Reisenden auch wieder so eine (meine) Fabrikation ist und es letztlich nur oder am besten möglich ist etwas über jene oder alle Menschen zu erfahren, wenn man mit ihnen spricht. Klingt jetzt vielleicht als Erkenntnis nicht super neu und innovativ. Aber irgendwie muss man das Reisen ja mit Sinn unterfüttern, gell?

Immer dem Fluss entlang
Auch von Bermejo gibt es einen Zugangspunkt zum Amboro Nationalpark. Die etwas enttäuschende Tour von Samaipata wollte ich nicht auf mir sitzen lassen und etwas selbstbestimmt die Gegend erkunden. Doch muss man wirklich einen Zugangspunkt suchen? Sobald ich aus dem Zelt trete bin ich mitten in sowas wie Dschungel. All die Pfade rundherum, welches meist Tierpfade sind, sind immer wieder beinahe bis zur Unkenntlichkeit zugewachsen und ja, es ist schon was anderes als die gut sichtbaren Pfade z.B. in Chile.
Einem deutschen Wanderfuehrerbuch zufolge soll es eine Tagestour zum Refugio Los Volcanes geben, welches im Gebiet des Amboro Nationalparkes liegt. Insgesamt ist anzumerken, dass es ein sehr zweifelhafter Wanderfuehrer ist. Normalerweise wuerde ich davon ausgehen, bei einem Wanderfuehrer, eines Bergwanderverlages auch Wanderstrecken zu finden. Hier jedoch sind von 52 Touren, vielleicht 10 Mehrtagestouren und viele der Tagestouren sind wirklich Pippifax – allen Ernstes steht hier eine Wanderung zur Jesusstatue in Cochabamba drin. Stadtwandern. Super!!!
Zurueck zur Sache: Einen breiten Fahrweg geht es auf und auf und auf und irgendwie bin ich ziemlich enttaeuscht. Es ergeben sich ein paar gute Ausblicke, aber innerhalb von drei Stunden eigentlich nur drei Mal. Der Wanderfuehrer verspricht Tropenfeeling, aber was ich hier sehe, sehe ich auch sonst in der Gegend. Es ist ja nicht so, dass man sich mit verbundenen Augen zum Wanderstartpunkt beamt und tada – da ist das Tropenfeeling. Manchmal frage ich mich wieviel Unsinn eigentlich geschrieben wird um irgendetwas zu fuellen und man das so hinnimt – so wie hier im Blog 🙂 .
Irgendwann erreiche ich dann das Refugio El Volcanes und komme aus dem Staunen nicht mehr raus. Szenisch liegt hier im Tal eine recht teure Unterkunft (50$ all incl.) und wird umrahmt von dramatischen Felsklippen. Warum sagt der Wanderfuehrer nicht einfach, dass man hier auf kuerzestem Wege hingehen sollte, damit man soviel Zeit wie möglich für die sehr gut ausgebauten Pfade hier hat? Noch dazu wäre dies sehr empfehlenswert, weil insgesamt 15$ Dollar Eintritt pro Tag verlangt werden und in diesen Angeblich der Transport zum Park inbegriffen sein soll. Tatsaechlich sind Arbeiter der Anlage an mir vorbeigekommen und haben angeboten mich mitzunehmen, was ich dankend ablehnte – grosser Fehler.
So bleibt mir leider nur Zeit für eine Wanderung zu einem Aussichtspunkt. Es ist einfach schön durch das Grün zu wandern und dafür keine Machete zu benötigen. Und überhaupt war dieser Ort einfach faszinierend und wunderschön gelegen – es ist wirklich schade, dass es nicht möglich war dort günstiger unterzukommen – natürlich kann man sagen, dass man sich den Luxus mal gönnt um auch solche Initiativen zu unterstützen – aber das geht dann halt auch nur ein, zweimal während der Reise.P1240637

Für den Rückweg erwähnt der Wanderführer einen kurzen Fahrweg, der aber laut den Angestellten garnicht besteht, mit dem Fahrzeug ginge es nur zurück über den lästigen Weg, den ich gekommen bin. Es soll aber einen Pfad geben, der einfach am Fluss entlangläuft, circa 3h lang – nun ist es 15 uhr, waere ich also kurz vor Sonnenaufgang wieder da.
Kein Problem, denke ich mir in der sorgsam angesammelten und kultivierten Naivität, was Wegfindung, Orientierungsvermögen und Selbstverschätzung angeht. Der Pfad soll manchmal den Fluss kreuzen und nacher wäre ich auch auf dem Hauptpfad, wenn zwei Flüsse, die ich immer stromabwärts verfolge, zusammen treffen.
Zuerst folge ich einfach dem Wasser und lande bald an unpassierbaren Wasserfällen, laufe zurück und folge einem relativ eindeutigen Pfad. Alles schön, denke ich mir, bis ich nach vielleicht 10min auf einmal in unquerbarem Dickicht stehe. Der Pfad ging eindeutig hier lang, war frei und nun ist er vollkommen zugewachsen. Die einzige Option ist jetzt einfach den Fluss entlangzulaufen. Interessanterweise ist es möglich den Fluss zu queren ohne nasse Füsse zu haben – doch immer geht es von rechts nach links auf Sandbänken und Steinansammlungen. Das ewige Geklettere und Gesuche braucht Zeit und Zweifel machen sich breit. Soll ich zurückkehren oder weitergehen. Ich habe nichts mit, was mich nachts warmhalten könnte oder womit ich Licht machen könnte ,aber noch ein Brötchen. Nach einiger Zeit sehe ich rechts einen Pfad und folge ihm wieder euphorisch – jetzt muss ich ja auf dem richtigen Pfad sein. Ich entdecke eine Art Waldarbeiterhütte oder Freiluftschuppen – eine Notunterkunft hätte ich jedenfalls schonmal. Ich folge den Spuren und lande… im Dickicht.
Es geht also wieder zurück auf den Fluss, nach vielleicht 1,5h die mir ewig lang vorkamen, stosse ich auf Tier und Menschenspuren. Ich hefte mich an diese, doch gehen sie nur auch von links nach rechts entlang des Flusses – immerhin sind sie ein Indikator, wo der beste Ort zum kreuzen sein sollte. Circa eine Stunde bevor ich das Dorf erreiche muss ich dann in voller Montur durch den Fluss laufen, bzw. reinfallen und habe so etwas Wasserkühlung im Schuh. Kurz darauf treffe ich auf ein Pärchen – jetzt können es nur noch 10min sein denke ich, doch sie sagen es dauert noch rund 30min, ich habe aber eher dann noch eine ganze Stunde gebraucht.
Irgendwie war zeitweise alles nicht mehr so lustig, da ich einfach keine Idee hatte, wie lange der Weg und wie passier- oder unpassierbar er ist – aber rückblickend gesehen, war es doch eine ziemlich interessante Erfahrung und eigentlich war ja auch alles harmlos.
Leider haben die durch und durch nassen Schuhe dann für die restlichen Tage die Wandermöglichkeiten etwas eingeschränkt.

So ging es eigentlich nur noch zu einem Wasserfall, der gute 1,5 Stunden vom Zeltplatz entfernt war. Wieder ging es mitten durch dichtes Gestrüpp und es ist wirklich schwierig die Faszination auszudrücken, die diese Gegend ausübt. Es ist diese unglaubliche Vielfalt, die der Verstand zwar nicht einordnen kann, das Auge aber direkt weiterleitet und einfach nur sagt, das ist einfach wunderschön, mehr wissen ist garnicht wichtig. Das letzte Stück des Weges erfolgt dann wieder entlang des Flusses, also auf- über und von Steinen springen, klettern und irgendwie durchs Gestrüpp wuseln und dann steht er da – zwar nicht überdimensional, aber ziemlich hoch, ein schöner Wasserfall. Einfach so in der Natur ohne breiten Wanderweg, Markierungen und ein Kassiererhäusschen für den Eintritt.P1240792

So endet dann auch die kurze Alleinereiseepisode, ich fahre zurück nach Santa Cruz, nehme einen Bus nach La Paz und stehe pünktlich zu Ostern bei Judith in Sorata vor der Tür.

P.S. Ich weiss, ist n bisschen lang geworden…

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